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Seitdem ich ein 100 Jahre altes Haus aus Ziegelmauerwerk gekauft habe, schaue ich sehr oft auf diese Internet Site, um ein paar Tipps zu bekommen. Heute will ich selbst einmal eine Anfrage starten, da irgendwie jedes Problem doch ein bisschen anders gelagert ist:

Unser neues (altes) Haus ist zur Hälfte unterkellert, und zur Hälfte nicht unterkellert. Die nicht unterkellerte Seite hat, wie es scheint, eine Bodenplatte, die direkt auf das Erdreich gegossen worden ist. Ohne Sperrschicht, ohne Isolierung. Sie ist nicht in der Wand eingelassen sie schwimmt sozusagen auf dem Erdreich. Ich weiß noch nicht genau, ob sie eine Bewehrung hat ich vermute mal nein. An einer Hauswand habe ich die Betonplatte einmal aufgestemmt. Und wenn die Platte überall gleich dick ist, dann ist sie max. 4 cm dick und liegt direkt auf dem Boden.

Auf der Betonplatte war eine rötlich bräunliche Schicht, auf die PVC Fliesen als Bodenbelag geklebt waren. Teilweise ließen sich diese PVC Fliesen sehr leicht lösen und die darunter zum Vorschein kommende rötlich bräunliche Schicht war auch leicht feucht. Jetzt, nach ein paar Tagen, ist sie trocken geworden und riecht auch nicht mehr so erdig muffig wie kurz nach dem Lösen der Fliesen. Niemand weiß, aus was diese Schicht besteht, die als eine Art Ausgleichsmasse auf die Betonplatte aufgetragen wurde. Irgendwie wie eine Mischung aus Gips und Lehm mit roter Farbe. Man kann sie gut einritzen und sie ist, wenn sie trocken ist, härter als wenn sie nass ist.

Sollte ich diese Bodenplatte drin lassen? Insbesondere im Randbereich scheint sie nämlich Feuchtigkeit aus der Wand zu ziehen. Denn die Platte liegt ein Stück unter der Horizontalsperre, die sich im Mauerwerk befindet. Und die Ziegel unter der Sperre sind definitiv feucht. Obwohl die Platte 40 cm über Erdbodenhöhe liegt. Muss demnach aufsteigende Nässe sein.

Ein paar Nachbarn meinten, ich solle eine Dachschweißbahn über die Bodenplatte ziehen und die als Feuchtesperre benutzen und am Wandanschluss die Bahn mit der Wand vergießen. Als Vergussmasse auch Teer Dickschicht verwenden.

Ist der Tipp ok? Rein technisch würde ich ja sagen aber dieses ganze Teerzeug im Innenraum? Würde nämlich auf dem Boden dann gern nur einen Trockenestrich legen.

Gruß aus Hilden bei Düsseldorfnur ein kleiner Tip von mir: Solange Feuchtigkeit durch die Bodenplatte drückt ist eine Isolierung mittels Dachpappe nicht nur falsch sondern fatal. Die Isolierung verhindert, dass die Feuchtigkeit weiter ausatmen kann, und steigt somit in den Wänden stetig nach oben. Sollte die Feuchtigkeit dann Nährboden finden ist ein Schimmelbefall nicht zu verhindern. Es gibt 3 Varianten dieses Problem in den Griff zu kriegen:

1. Die billigste und einfachste Methode ist richtiges lüften, allerdings je höher die Feuchtebelastung je geringer die Erfolgsaussicht die Feuchtigkeit komplett „rauszulüften“

2. Den Boden komplett demontieren und möglichst noch 30 cm ausschachten. Im zweiten Schritt muss dann in den Wänden eine Horizontalsperre (wenn nicht vorhanden) hergestellt werden. Dann muss der Boden neu aufgebaut werden (Sauberkeitsschicht mittels Kies, Beton B 25 WU etc). Diese Arbeiten sollten möglichst durch Fachfirma erstellt werden.

3. Noch unbekannt aber sehr wirksam ist die elektro physikalische Trockenlegung (Hamatrol, Matrolan). Bin Sachverständiger und überzeugt davon, auch wenn einige auf dieser Seite wohl anderer Meinung sind, geben die Erfolge dem Verfahren recht.

Alle 3 Verfahren sind möglich, aber nur der 1. kostenlos.

vielen Dank für Ihre Hinweise. Das ist wirklich sehr nett.

Der Raum mit der feuchten Platte ist 3 m hoch. Also genügend Höhe um die Bodenplatte aufzubauen. Auch haben die Mauern runum eine Sperrschicht aus einer Teerpappe. Die Steine darüber sind trocken, die darunter sind leicht feucht. Die Pappe scheint also noch intakt zu sein.

Am liebsten würde ich die Bodenplatte drin lassen, da es doch sehr viel Zeit und Mühe erfordert eine neue einzubauen. Habe mir gedacht, die Platte rund um die Mauern etwas freizulegen um die Mauersperrschicht zu sehen. Die entstandene Kehle mit Bitumen aufzufüllen und dann über die gesamte Platte Schweißbahnen verlegen.

So müsste doch die Feuchte sicher abgesperrt sein und in der Platte verbleiben?

Auf die Bitumenbahnen würde ich dann eine 4 cm Isolierung legen und darauf Estrich.

Oder was ich noch besser fände: Eine Perlite Schüttung und darauf Trockenestrich. Aber sperrt der Trockenestrich zuverlässig gegen die Bitumenbahn? Denn das Zeug soll ja nicht gerade Gesundheitsfördernd sein. Wenn eine Hälfte des Hauses unterkellert ist, ist drückendes Wasser schon sehr unwahrscheinlich bis unmöglich, weil der unterkellerte Teil dann ja dauernd geflutet sein müßte. In diesem Punkt würde ich mir deshalb keine Sorgen machen.

Für die Ausführung der Abdichtung scheint mir ein nahtloser bergang der zu erstellenden Flächendichtung an die Horizontalsperre im Mauerwerk essentiell zu sein. Die Idee mit dem Verguß scheint mir deshalb ganz tauglich.

Auf jeden Fall würde ich die Bahnendichtung aber nach den Regeln des Dachdeckerhandwerks ausführen und die Betonplatte als eine Sauberkeitsschicht ansehen. Das heißt:Als Dämmung reichen 4 cm in keinem Fall. Hier ist die EnEv einzuhalten und danach gilt u Dämmstoff der WLG 040. Der Dämmstoff muß druckbelastbar sein, also

Hartstyrodur, Kork, HWL Platte oder Schaumglas. Für den Höhenausgleich, die Platte wird uneben sein, läßt sich Perlite einsetzen.

Als Trockenestrich kann man Trockenestrichplatten 2×12,5 mm(bevorzuge ich bei großen Zuschnitten) oder KNAUF Brio nehmen. Aus meiner Erfahrung sperrt dieser Aufbau zumindest soweit ab, daß der Geruch des Bitumens nicht mehr wahrgenommen werden kann.
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