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Ich will mal das Thema Drgen in der Technoszene ansprechen weil es ja irgendwie so scheint als gehöre das zusammen. Ich gebe zu dass es auf einer halben Ecstasy Pille mehr Spaß macht und man länger fit bleibt aber ich nehme es trotzdem nur selten und dann auch nur wenig. Aber wenn man heutzutage auf Technopartys geht bekommt man sehr schnell den Eindruck dass die meisten Besucher übelst auf Drgen sind und nicht genug bekommen oder ohne Drgen gar nicht feiern können. Ich werde auch sehr oft angequatscht ob ich was brauche oder zu verkaufen habe (Ecstasy, Speed). Daher der Eindruck! In den Zeitungen liest man sogar oft von Drgen Razzien und Clubs die Lokal Politiker wegen des Drgenproblems schließen wollen.

Ist der Drgenkonsum nur in der Technoszene so stark verbreitet oder täuscht mich das?

Es ist allerdings schwer zu diesem Thema neutral Stellung zu beziehen, solange in der Gesellschaft ein völlig absurdes Bild von „guten“ und „schlechten“ Drgen vorherrscht. auf Rockfestivals, HipHop oder Schlager Partys, etc., genauso viele/wenige Drgen konsumiert werden, wie auf Technopartys. Doch in der öffentlichen Wahrnehmung werden die unterschiedlichen Drgen leider falsch kategorisiert. Während auf Alkohol munter Steuern erhoben werden und der Staat fleißig mitverdient, werden die in der Technoszene überwiegend konsumierten Drgen nur permanent verteufelt und die Technoszene ins kriminielle Licht gerückt. Ein Drgenproblem besteht, wenn überhaupt, nur in der gesamten Gesellschaft.

Selbstverständlich kommt es beim Konsum von legelen und illegalen Drgen immer auf die Art des Gebrauchs oder Missbrauchs an, hinsichtlich Absichten, Art und Weise sowie Menge und Regelmäßigkeit. Wenn aber ausgerechnet Medien und Politiker in der Technoszene ein besonderes Drgenproblem erkennen wollen, sollten beide Kreise lieber vor ihrer eigenen Tür kehren. Denn insbesondere in der Medienwelt und unter Politikern sind Drgen so stark verbreitet, wie in kaum anderen Berufskreisen.

Um ordentlich diskutieren zu können, braucht man eine Definitionsgrundlage, deshalb möchte ich gerne von dir, Väthischist, wissen, wann du eine Droge als „harte Droge“ bezeichnest bzw. wie du Alkohol als „harte Droge“ definierst. Ich würde nähmlich sagen, dass Alkohol keine harte Droge ist, weil man sie öfters die Woche konsumieren kann (natürlich in Maßen), ohne davon abhängig zu werden. (als übertriebenes Beispiel) bei Herin, nicht der Fall. Kurz gesagt: ein Kriterium ist schonmal das Suchtpotential, dass beim Alkohol „normal“ hoch ist, jedoch trotzdem unterschätzt wird. Für mich ist ein weiteres Difinitionskriterium die Wirkung bzw. psychische und physische Veränderungen. Beispielsweise von Herin wird man psychisch alsauch physisch abhängig. Ein „plötzlicher“ oder „vollkommener“ Entzug kann lebensbedrohlich sein.

Ich möchte aber gar keine Drgen Grundsatzdiskussion führen. Wie gesagt, ich richte mich nicht nach der Katagorisierung „hart/weich“ gemäß der allgemeinen Auffassung oder der Definition des Betäubungsmittelgesetzes, weil es meiner Meinung nach widersprüchlich und völlig daneben ist.

Eine Droge, die körperlich sowie psychisch abhängig machen kann, das Bewusstsein stark trübt und in hohen Dosen toxisch (giftig) oder tödlich wirkt, ist für mich eine „harte“ Droge. Darum ist Alkohol für mich eine harte Droge, die mindestens genauso schlimm ist, wie alle anderen so genannten Betäubungsmittel.

Das Lächerliche am deutschen Betäubungsmittelgesetz (BTMG) ist, dass Drgen wie Alkohol und Nikotin legal sind, wobei beide Substanzen körperlich sowie psychisch abhängig machen und in hohen Dosen giftig oder tödlich wirken und in Deutschland jährlich Hunderttausende an den Folgen erkranken und sterben. Das schwächt die Kraft einer Gesellschaft nachhaltig und belastet das Gesundheitssystem enorm! Gleichzeitig verbietet das BTMG harmlosere Drgen, bei denen weder körperliche noch psychische Abhängigkeit sowie eine tödliche Dosis nachgewiesen werden konnte und das Bewusstsein und Verhalten eines Konsumenten nicht annähernd so stark beeinflussen, wie es Alkohol ohne Zweifel tut.

Angesichts eines solch lächerlich widersprüchlichen Betäubungsmittelsgesetzes wundert es mich kaum, dass seitens der Drgenpolitik die nötige Aufklärung für einen verantwortungsvollen Drgenkonsum ebenfalls nicht stattfindet.

Ich kann mich der Meinung nur anschließen, da in der Gesellschaft die Drgen in „Gut“ und „Böse“ unterteilt werden und vor allem die Technoszene sozusagen als „Drgenszene“ abgestempelt wird und jeder, der sich öffentlich als Raver bekennt, gleich in die Schublade „Pillenfresser“ gesteckt wird. in der Hiphop Szene völlig totgeschwiegen. Nur mal um ein paar Beispiele zu nennen: Sammy Deluxe war jahrelang kannabisabhängig, Pete Dorrity hat schon mehrere Entzugstherapien hinter sich und ist immer wieder rückfällig geworden, Robbie Williams hat jahrelang Amphetamine und Schlaftabletten konsumiert. Dies sind nur ein paar Beispiele von Personen, die mit der Technoszene absolut nichts zu tun haben und auch harte Drgen konsumiert haben. Diese Beispiele werden aber von der Gesellschaft totgeschwiegen und unter den Tisch gekehrt.

Meiner Meinung nach ist die Technoszene nur ein Sündenbock für die Gesellschaft, weshalb auch der Drgenkonsum in der Szene so stark angeprangert wird. Ich finde es total bekloppt, dass die Technoszene oft nur auf ihre Drgen reduziert wird.

Interview von 2001 mit Sven Väth zum Thema Drgen in der Technoszene:

Ich möchte hier an dieser Stelle ein paar Worte zu Thema Drgen loswerden. Ich bin sehr wohl der Meinung, dass heute mehr Drgen auf den Parties genommen werden als früher und ich bin auch der Meinung, dass unverantwortlicher mit den Drgen umgegangen wird. Ich bin aber auch der Meinung, dass unsere Drgenpolitik und die nötige Aufklärung, sofern sie überhaupt stattfindet, jenseits von dürftig, um nicht zu sagen, das Allerletzte sind.

Ich habe in meinem Leben schon eine Menge Drgen genommen und behaupte, mich ganz gut auszukennen, welche Drgen OK, welche gut und welche scheiße sind. Ich mußte aber auch erst 36 Jahre alt werden, und einen Kokinentzug hinter mich bringen, um wirklich gefestigt genug zu sein, mit dem Thema differenzierter umgehen zu können. Ich habe also ein paar Erfahrungen gemacht, die anderen vielleicht hilfreich sein können, und die ich gerne mit Euch teilen möchte.

Wir haben in Deutschland 1,7 Millionen Alkoholiker mit einem ausgebildeten Abhängigkeitssyndrom, und 2,7 Millionen, die mißbräuchlichen Alkoholkonsum betreiben, also trinken und dann Probleme kriegen, die durch das Trinken verursacht werden. Menschen die täglich mehr als 30 Gramm reinen Alkohols zu sich nehmen. 42.000 Menschen in Deutschland sterben jährlich an den Folgen von Alkoholismus. Die Alkoholindustrie gibt 1,2 Milliarden Mark im Jahr für die Werbung aus und die Steuereinnahmen für den Staat aus dem Alkoholkonsum belaufen sich auf 8 Milliarden Mark jährlich. Der volkswirtschaftliche Schaden, der durch den Alkoholmißbrauch entsteht kostet den Staat der Bundesrepublik Deutschland satte 50 80 Milliarden Mark im Jahr. 25% aller Arbeitsunfälle sind auf Alkoholkonsum am Arbeitsplatz zurückzuführen und ein Alkoholiker feiert zwischen 40% und 60% seiner Arbeitszeit krank. Die Krankenhauskosten, die durch den Alkoholmißbrauch anfallen belaufen sich auf 1,4 Milliarden.

Noch schlimmer sieht es beim Nikotin aus. Wir sprechen von 17,8 Millionen Rauchern, von denen 6,8 Millionen schwer nikotinabhängig sind, also mehr als 20 Zigaretten am Tag rauchen. Von diesen 6,8 Millionen sterben jedes Jahr in Deutschland 90.000 Menschen an Nikotin, 4400 durch passives Rauchen und 1500 Säuglinge, durch Nikotin in der Muttermilch. Die Werbeausgaben für Tabak belaufen sich auf 600 Millionen Mark jährlich und der Tabakanbau wird von der EU mit 1,8 Milliarden Mark im Jahr subventioniert. Dagegen werden 36 Millionen Mark von der EU ausgegeben, um den Nikotinmißbrauch wieder einzudämmen. Irgendetwas stimmt hier nicht,
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aber bei Tabaksteuereinnahmen von 20,7 Milliarden Mark im Jahr kann man ja großzügig darüber hinwegsehen.

Und so geht das munter weiter und weiter. Die Fußballer der Bundesliga tragen lässig ihren kleinen „Keine Macht den Drgen“ Aufnäher auf dem Trikot und sobald der Schiri zur Halbzeit pfeift, fliegt das goldene Bierglas auf den Schirm. „Das Topspiel der Woche wurde Ihnen präsentiert von. Hasseröder, Krombacher, Bitburger etc.“ you name it. Sorry, aber so geht das nicht. Das kann ich mir nicht reintun. Ich habe noch nie von einem Marihuana Toten gehört, aber schon von vielen, die wegen Marihuana Besitzes ins Gefängnis gegangen sind. Ich habe auch noch nie von jemandem gehört, der total stoned eine Frau vergewaltigt haben soll, aber schon oft von Leuten, die es getan haben, nachdem sie sich mit Bier und Schnaps haben vollaufen lassen. Die Drgenpolitik stinkt und hängt um Jahrzehnte mit der Aufklärung hinterher. Es gibt genügend Modelle, die mehr versprechen, als das Modell, welches wir jetzt haben. Logisch geht der Kerl meilenweit für eine Camel Filter, wenn er nichts mehr zu rauchen hat. Daran sieht man mal, wie süchtig Nikotin macht. Und logischerweise läßt sich auch die Gewaltstatistik auf Alkoholmißbrauch zurückführen, aber darauf näher einzugehen, würde den Rahmen sprengen. Ebenso können wir auch nicht näher auf den Medikamentenmißbrauch eingehen, außer vielleicht, dass wir 1,4 Millionen Abhängige haben, von denen 66% Frauen sind. Von Glücksspielsucht und Fernsehsucht wollen wir gar nicht erst anfangen. Was ich sagen will ist, dass die Deutschen ein Volk von Druffis sind, denn wenn man diese Zahlen alle zusammen nimmt, bleiben nur 8% weibliche und 12% männliche Abstinenzler übrig. Und bei all den Schluckern und Rauchern handelt es sich hauptsächlich um Erwachsene über 30. Darüber könnt Ihr jetzt mal ein wenig nachdenken.

Sobald es einen Ecstasy Toten gibt, stürzen sich die Medien wie die Geier auf diesen Fall und machen ein Riesending daraus. Ich lese immer über die schlimmen Jugendlichen und die bösen Technopartys, wo so viele Drgen genommen werden. Was ist eigentlich mit dem Oktoberfest oder dem Karneval? Laßt mich bloß in Ruhe mit dieser Hysterie und kommt mal wieder runter. Hier stimmt doch die Verhältnismäßigkeit überhaupt nicht mehr. Die Jugend ist in der Tat eine kritische Zeit im Leben, die von Orientierungslosigkeit und Experimentierfreudigkeit gekennzeichnet den übergang von einer Lebensphase in die nächste darstellt. Jugendliche sind extrem kreativ, besitzen unglaublich viel Lebenswille und einen ausgeprägten Wunsch nach neuen Erfahrungen und Erlebnissen. Diese Jugendlichen nun in die Drgenecke schieben und diese Behauptungen mit einseitigen Statistiken untermauern zu wollen, ist das klassische, feige und konservative Modell, das hier in Deutschland schon seit Jahrzehnten praktiziert wird. Die RocknRoller waren böse und drgenabhängig, und die Hippies auch und die Punks sowieso, und nun sind es die Raver.

Versteht mich bitte nicht falsch. Ich sehe die Probleme und höre immer wieder von schlimmen Notfällen nach Drgenkonsum. Was ich vermisse und was ich mir wünsche ist die Aufklärung, und hier befinde ich mich in guter Gesellschaft. Wissenschaftler, rzte, Streetworker und Drgenberater haben es längst erkannt. Gebt das Zeug frei und klärt die Leute ehrlich auf. Aber die Politik, die Tabak und die Alkohol Lobby spielen da nicht mit und deswegen wird sich auch nichts ändern. Wir haben mitte der Neunziger versucht eine Ecstasy Broschüre im Omen Club zu verteilen, weil wir unseren Beitrag zur Aufklärung leisten und den Kids Informationen an die Hand geben wollten. Letztendlich mußte diese Broschüre viele Male geändert werden und wir waren einem starken politischen Gegenwind ausgesetzt. Gute Ansätze wurden im Keim erstickt und weil ich weiß, dass es sich nicht ändern wird, kann ich Euch nur meine Erfahrungen weitergeben und sagen, was ich darüber denke.

Klärt die Leute auf und sagt ihnen die Wahrheit. Mischt Euch keine Drgencocktails. Nehmt nicht das falsche Zeug, trinkt viel Wasser, wenn Ihr Pillen nehmt oder Joints raucht. Laßt die Finger von den harten Drgen, wie Kokin, Crack oder Herin. Halluzinogene sind nichts für den Club, sondern für den Wald und für das Gespräch mit Eurem Gott, wie immer der auch aussehen mag. Drgen gehören seit Tausenden von Jahren zum Weltbild der Völker und Stämme, waren schon immer Teil einer mystischen Erfahrung und einer Bewusstwerdung. Das uns das alles verlorengegangen ist, ist nicht die Schuld der Jugendlichen. Wir leben in einer entmystifizierten Gesellschaft, und das Rauchen, das ursprünglich Teil eines Rituals war, ist zur traurig grotesken Massensucht verkommen. Was einstmals eine Pfeife war, die im Rahmen einer Zeremonie herumgereicht wurde, ist zu einem kleinen ekligen Stengel heruntergekommen, der abgepackt und besteuert, fermentiert und mit hunderten von abhängig machenden chemischen Zusatzstoffen behandelt, beworben und vermarktet an uns abgegeben wird. Die psychotropen und magischen Pflanzen, wie Peyote, Mariuhana, St. Pedro, Ayahuasca oder Pilze, sind dämonisiert, verboten, diskreditiert und mit Lügen belegt worden, und geblieben sind Herin, Kokin, Crack, Ecstasy oder LSD. Ich persönlich halte die Entwicklung für gefährlich. Auch wenn ich selber kein Kostverächter bin, so sind mir natürliche Stoffe doch lieber, als chemische. Ecstasy kann sicherlich eine magische Empfindung auslösen, aber gemischt mit Alkohol, Nikotin und Kokin macht die Droge keinen Sinn. Auch muß sich jeder User über die Langzeitschäden im Klaren sein und muß für sich die Entscheidung treffen, ob er den Preis zahlen will. Ich werde mich nicht hinstellen und diese Drgen in den Himmel jubeln, dafür habe ich schon zu viele abtörnende Dinge gesehen. Jeder muß selber entscheiden, wie er damit umgehen will.

Also bisher ist mir nichts sonderliches aufgefallen, dass in unserer Discothek irgendwelche Drgen konsumiert worden sind. Die Leute füllen sich höchstens mit Shots und viel Alk ab damit die Spaß haben. Aber bisher habe ich nie gesehen, dass jemand einen Joint geraucht oder sich irgendwelche Pillen eingeworfen hat. Auch die DJ’s die bei uns auflegen trinken eigentlich nur Alkohol und rauchen sich ab und an eine aber sonst nichts bemerkt. Selbst beim Personal wird darauf geachtet, dass da keine Drgen genommen werden und es werden stichprobenartige Tests durchgeführt. Bei Leuten die schon gleich bei einem Vorstellungsgespräch sagen: „Hey. kann sein dass ich ab und an eine Line ziehe“ die haben auch schonmal direkt Hausverbot.

Wir wollen nicht als Drgenschuppen enden.

Also ich arbeite auch in einem Veranstaltungszentrum und ich muss sagen das der Konsum von illegalen Drgen im letzten Jahr stark angestiegen ist. Die allgemeine gesellschaftliche Akzeptanz (gerade von Kokin) hat heftig zugenommen.

Ich würde das auch garnicht auf Techno beschränken. Wir hatten in letzter Zeit halt viel Minimal Tech geschichten aber auch auf Punk und Hardcore Konzerten seh ich immer öfter leute in grüppchen aufs Klo verschwinden die dann mit stark geweiteten Pupillen wieder rauskommen.

Wenn ich das mitkriege geh ich immer hin und erklär denen halt das das nich geht und sie machen sollen was sie wollen bloß nicht in der nähe von meinem Laden. Wenn ich sie nochmal erwische fliegen sie raus, kriegen Hausverbot und je nachdem wie sie sich verhalten ne Anzeige.

Das ätzende an zugekoksten Leuten ist halt das die oft schnell aggressiv werden und ich weiss nicht wer außer mir schon öfter in den genuss kam aber ne Schlägerei mit nem Zugekoksten vollasi ist nich so angenehm weil der einfach absolut nichts mehr merkt und keine Grenzen kennt.

Ich finds schade weil Partys mit zugeballerten Leuten machen mir persönlich nicht so viel spaß. Gerade wenn du hinterm Tresen stehst und vor dir n Typ zerfließt weil er sich mit Pilzen zugehämmert hat (hatte ich mal auf ner Goa Party) der einfach überhaupt nichts mehr merkt und alle paar Meter in sich zusammenfällt.
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