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1995. Eine alte gelbe Amiga Kassette, irgendwo in einem der letzten besetzten Häuser Berlins in der Rigaer Strasse. Blauer Edding markiert das Tape, das durch Klebeband notdürftig zusammengehalten wird. Drauf steht: Feeling B.

1995, als kluge Menschen mir schon sagten, dass Punk nach über 15 Jahren seine Aussagekraft verloren hatte, entdeckte ich diese Kassette und verliebte mich. Beeindruckt von Slime und Die Skeptiker war mir die Meinung kluger Menschen ohnehin egal.

Auf der Amiga Kassette war eine Zusammenstellung der drei Feeling B Alben, eine handgemachte Best of Compilation aus der Rigaer Strasse. Sie brachte mich das erste Mal in Kontakt mit Aljoscha Rompe (Voc.), Paul Landers (Git.) und Flake“ Lorenz (Keyb.). Nur: Ich verstand es nicht. Vor allem die Texte waren mir fremd: Da war weder vom Terrorstaat noch Bullenschweine die Rede und um Nazis ging es schon gar nicht. In den Feeling B Songs ging es beispielsweise um Martin, der aus Langeweile die Bibel übersetzte und das Wort für Wort. Die Band begab sich auf die Suche nach der DDR, die man Jahre zuvor noch indirekt kritisiert hatte. All das musste man 1995 als junger Mensch nicht mehr verstehen. Und 2007 schon gar nicht mehr.

Fragezeichen in den Augen eines jungen Linken, der es das erste Mal mit der wohl wichtigsten DDR Punkband zu tun hatte.

Sie waren die ersten (und auch letzten), die es zu einem echten Release via dem DDR Schallplattenlabel Amiga brachten. Feeling B war nie mit dem Ernst verwandt, der den Systemkritikern so nahe lag, sondern immer ein eigener Gegenentwurf im Sinn von Lebensfreude, Genuss und Humor. Nicht der Sturz der DDR sondern ein lebenswerter Gegenentwurf waren das Ziel der Band eben Feeling B.

Wie es schon im Feeling B Buch Mix mir einen Drink“ (Schwarzkopf heisst: Feeling B hat die DDR nicht erschüttert, spielte aber den Soundtrack zu ihrem Untergang.“

Punk in der DDR füllt mittlerweile Bücher. Viele Bücher,
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weil es eben ohne Erklärung nicht geht, schon gar nicht knapp 20 Jahre nach der Wende. Jetzt gibt es mit Grün Blau“ die Quintessenz und das Unentdeckte. Die CD in Verbindung mit einem Buch. Eine Herzensangelegenheit für alle, die damals bei Feeling B dabei waren und heute noch am Leben sind.

Insbesondere Flake“ Lorenz verbrachte das letzte Jahr damit, alle alten Aufnahmen zu sichten, und diese zusammen mit Produzent Mark Bihler in akribischer Kleinstarbeit neu zu mischen. Ziel war es auch, den alten Aufnahmen einen Sound zu verpassen, den die Band damals gewollt hätte wären damals nicht staatsbedienstete Amiga Techniker am Werk gewesen, die mit Punk überhaupt nichts am Hut hatten. Gemastert wurde Grün Blau“ von Bo Kondren, schon zu Ostzeiten mit Feeling B befreundeter Klangtüftler und mittlerweile weltweit bekannter Mastering Engineer.

Grün und Blau“ ist weder Best of Album noch Retrospektive. Retrospektiv sind lediglich die Buchtexte, die aus heutiger Sicht das Damals beleuchten und verständlicher machen. Geschichten aus allernächster Nähe, wie zum Beispiel von Flakes Mutter. Genährt wird das Ganze, für uns Spätgeborene, mit erläuternden Texten zu jedem Song. Die endlich so klingen, wie die Drei es sich damals erträumt haben.

Grün Blau“ ist ein Glücksfall für alle, die sich für Punk in der DDR, Musik aus dem Untergrund und die Verarbeitung der Wiedervereinigung in ebendiesem interessieren. Ein wichtiges Stück deutscher Musikgeschichte,
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dass auch heute noch in vielen Bands inhaltlich (Mittelalterrock) und personell (Rammstein) weiterlebt.

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